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15 Jan 2012
Basteln Server NAS RAID 8

Selbstbau NAS

Bereits 2008 frickelte bastelte ich mir aus ausgedienter Hardware solch ein NAS zusammen und bin damals mit drei putzigen 500GB HDDs angefangen. Derzeit war das wirklich groß! Nun 4 Jahre später hat sich einiges getan: Umstellung auf 1,5TB HDDs; Wechsel von RAID5 auf RAID6. In diesem Artikel möchte von meinem letzten Umbau berichten ...

Warum?

Mitte 2011 blickte ich recht besorgt auf das Monitoring der Plattentemperatur. Sicher: es war Sommer. Und ja: 8 Platten in einem einfachen ATX-Midi-Gehäuse kann schon mal für saunaartige Zustände sorgen. Aber eine Betriebstemperatur von bis zu 58°C kann für solch eine Festplatte nicht gut sein. Das sagt auch diese überaus lesenswerte Auswertung von Google über die Lebenserwartungen von Festplatten. Und da der Verlust der auf dem NAS gespeicherten Daten (Serverbackups, SVN- / Git-Repositorys, Bilder, Dokumente, ...) unglaublich ärgerlich wäre und ein Ausfall von mehr als zwei Platten alles vernichten würde (RAID6), musste einfach etwas passieren.
Nachträgliche Anmerkung, bevor ich hier jemanden auf dumme Ideen bringe: Niemand sollte auf ein Backup auf ein anderes am besten offline lagerndes Medium verzichten. Mache ich auch nicht. Dennoch wäre der Verlust des NAS merklich unangenehm, da ich nicht die Kapazitäten habe, alles zu sichern.

Komponenten

Zunächst brauchte ich etwas, um die Festplatten auf angenehme Temperaturen zu bekommen. Da lag es nahe, sich nach Festplatteneinschüben umzusehen. Und ich wurde fündig: Ich habe etwas gut bezahlbares gefunden und kaufte vier Sharkoon SATA QuickPort Intern 3-Bay.
Ein Einschub nimmt zwei 5,25" Einbauschächte ein und kann drei Festplatten aufnehmen. Für jede einzelne Platte gibt es eine Power- und eine Activity-LED. Die Festplatten werden mithilfe von zwei 40mm Lüfter gekühlt.
Ich sage gleich vorweg: Diese Lüfter sind zwar nicht direkt laut, aber gut wahrnehmbar. Da das NAS bei mir in die Abstellkammer wandert, hat mich das aber nicht weiter gestört. Recht sexy ist, dass die Platten komplett ohne einen Rahmen oder ähnliches in die Einschübe gesteckt werden können. Somit gestaltet sich ein Plattenwechsel recht angenehm. Zwar wirkt alles etwas filigran, aber nicht unbedingt instabil. Man merkt den Einschüben den geringen Preis an; dennoch stimmt das Preis/Leistungsverhältnis. Ich würde sie auch ein weiteres Mal kaufen.

Damit ich die vier Einschübe unterbekomme, benötigte ich ein Gehäuse, was ausreichend 5,25" Einbauschächte zur Verfügung stellt. Und ich muss wirklich sagen: So etwas ist wirklich selten! Aber am Ende habe dann doch noch etwas passendes gefunden: Das Gehäuse MS-TECH CA-0210 Rev. B hat ganze neun Einbauschächte! Super :) Da bleibt sogar noch einer übrig. Ich hatte angedacht, dort eventuell noch ein kleines Display einzubauen. Aber das ist Zukunftsmusik.

Da das vorher verwendete Netzteil mit der Zeit musikalisch geworden ist und die Spulen das Singen anfingen, habe ich hier zu einem neuen Netzteil gegriffen: Cougar A350/R 350W. Es ist 80plus zertifiziert, was für gute Effizienz spricht.
An dieser Stelle möchte ich auch gleich eine Empfehlung für die gleichnamige Band Cougar aussprechen! ;)

Als Motherboard nutze ich weiterhin das schon vorhandene Gigabyte GA-MA96-S3H mit einem AMD Athlon 64 X2 4200+ als CPU. Diese Kombination hat sich vorher auch schon als recht brauchbar erweisen: Gigabit kann zu 50% ausgelastet werden, wenn man ein Software-RAID6 mit AES-Verschlüsselung fährt. Wegen diverser Zickereien des Boards, gab es ein kleines Upgrade der Komponenten.

Da das Motherboard nur 4 SATA-Ports bereithält, brauchte ich hier einen Controller respektive Host-Bus-Adapter und entschied mich für den Intel SASUC8I, der zwei miniSAS-Ports hat. Es handelt sich hiebei übrigens um ein rebranded LSI SAS3081E-R. Mit einem SFF8087-Kabel kann ich an einen Port 4 HDDs anschließen. Somit kann ich acht Festplatten an den Controller und vier an das Motherboard anschließen. Der Controller benötigt einen PCIx8 Steckplatz. Da auf dem Motherboard solch einer fehlt, habe ich den PCIx16-Port „missbraucht“. Funktioniert wunderbar.
Nachträgliche Anmerkung: Der SASUC8I unterstützt Festplatten bis zu einer maximalen Größe von 2TB! Alles was größer ist, wird auf 2TB begrenzt. Von daher würde ich wohl ob der Zukunftssicherheit auf einen anderen HBA zurückgreifen. Ebenso zeigte sich der HBA mit einer Festplatte etwas zickig und wollte sie nicht so recht erkennen. Nun hängt sie direkt am Motherboard und läuft anscheinend wunderbar. Ich werde das mal beobachten. Vielleicht hat die Platte ja auch einen Schaden, denn die baugleichen Modelle werden tadellos erkannt?!

Zusammenbau

Der Zusammenbau ist eher unspektakulär. Einzig die Stromversorgung der Einschübe ist hier etwas besonders: Ich besorgte mir ein paar Molexstecker und -buchsen (findet man tatsächlich bei Amazon ;)) und lötete etwas Kabel dran. Ich weiß, dass man das normalerweise crimpt. Aber da ich nicht in Besitz einer solchen Crimpzange bin, hielt ich eine Lötverbindung für die nächst bessere Lösung. Ich hatte befürchtet, dass der Serienwiderstand durch die vielen Lötstellen zu hoch werden könnte. Aber alles gut: Auch bei voller Belastung gibt es keinen zu hohen Spannungsabfall: etwa 50mV pro Ader.

Lassen wir die Bilder sprechen:

Und es gibt sogar ein kleines Video auf Youtube! Yay! Jedoch nicht sonderlich gut. Alles mit einer Handykamera gefilmt. Aber seht selber:

Fazit

Wie bereits oben im Diagramm erkennbar, habe ich das Temperaturproblem gut in den Griff bekommen. Obendrein habe ich nun auch ein recht chices Gehäuse und bin nun mit 12 Festplattenslots gut für die Zukunft gerüstet; vier sind nämlich noch frei und können in Zukunft mit weiteren Platten bestückt werden.

Veröffentlich von Juergen Fitschen am 15.01.2012
Zuletzt bearbeitet am 24.06.2012
Permanentlink: http://bequemlichkeitsgruen.de/post/1326645642

8 Kommentare wurden hinterlassen

#115.01.2012 22:01

Jue:

Und ja: Ich habe immer Duschgel auf dem Schreibtisch liegen ;)

#216.01.2012 19:19

mitch:

Ja, hast Du für die teilweise unersetzbaren Daten kein Backup?
Ein RAID rettet Dich ja nicht vor dd if=/dev/zero of=/dev/md0 und auch nicht vor rm -rf /

Und: moment mal, 4mm-Lüfter? :-)

#316.01.2012 23:31

Jue:

Jap, aber nur im wöchentlichen Turnus und nicht inkrementell und dann auch nur das wichtigeste vom Wichtigen. Ansonsten wäre das dann doch zu viel ;) Von daher würde mich der Plattentod nicht „umbringen“ - überaus ärgerlich wäre er wohl trotzdem.
Aber danke für den Wink mit dem Zaunpfahl - ich habe mal eine kleine Notiz hinzugefügt und etwas klarer herausgestellt, dass auch niemand auf die Idee kommt ein RAID als Datensicherheit zu betrachten.

Oh, da hatte ich wohl den Schrumpfstrahler auf Faktor 10 ;) Danke für den Hinweis! Wieder mal heimlich korrigiert.

#428.12.2012 02:56

Jason Rothwell:

Very cool video. Very well put together. You are also very cute.

#528.12.2012 15:02

Jue:

Thank you, Jason :)

#619.01.2013 23:06

Jan:

Hi, erstmal geiles NAS, hab was ähnlich nur mit Adaptec 12 Port SAS HW RAID 5 und 8 SATA 3 3TB gebastelt^^ Mir fehlte dann leider nur das Geld für die Wechselramen, aber sei es drum^^

Eine Frage hätte ich allerdings, was Stechst du da im Video bei 2:11 in den IDE?^^

#720.01.2013 22:58

Jue:

Hi Jan,

danke für die Blumen :)

Das ist eine SSD, die direkt auf den IDE-Sockel gesteckt wird. Braucht sehr wenig Platz. Inzwischen habe ich das ganze aber schon umgebaut in Ermangelung eines IDE-Ports auf dem neuen Motherboard. (http://bequemlichkeitsgruen.de/post/1339975294)

#817.02.2017 21:13

jesus im himmel:

Sehr geehrter Herr Jue,
mir ist aufgefallen, dass das was sie da bieten nicht mit richtigen Dingen zugeht! Ich habe hiermit offiziell folgende Organisationen an sie ran gesetzt, wenn sie nicht in 24h an folgendes Bankverbindung 100 EURO u&berweisen: CIA, FBI, BCAA, Ponik.

Iban: DE1270016969420

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